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Tillmann, Michael: “Vorsicht Globalisierung! Wissenswertes von Daniel Cohen. Über ‘Trois leçons sur la société post-industrielle’ von Daniel Cohen”, 28.01.2008

Vorsicht Globalisierung! Wissenswertes von Daniel Cohen

Von Michael Tillmann


COHEN, DANIEL: Trois leçons sur la société post-industrielle. Paris: Seuil/ Republique des Idées. 2006

Trois leçons sur la société post-industrielleDer französische Wirtschaftswissenschaftler Daniel Cohen ist auch in Deutschland kein Unbekannter. Einige seiner Bücher über sein Steckenpferd – die Globalisierung – sind bereits bei Campus und der Europäischen Verlagsanstalt auf Deutsch erschienen. Der Autor beherrscht in der Tat die seltene und schätzenswerte Kunst, selbst komplexe wirtschaftliche Themen in verständlicher Form einem breiten Publikum näher zu bringen. Dabei bleibt er letztlich stets einem aufklärerischen Ziel verbunden: Ihm geht es um ein besseres Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge. Gerade sein Buch über die Globalisierung und seine Feinde ist hierfür ein gutes Beispiel.(1)

Steiner, Achim: “Der Alltag auf der Welt muss sich ändern”. Achim Steiner im Interview mit Camilo Jiménez über das Weltklima”, 26.01.08

„Der Alltag auf der Welt muss sich ändern“.

Achim Steiner im Interview mit Camilo Jiménez

Giraffe am Stadtrand Nairobis

Giraffe am Stadtrand Nairobis

UNO-Vize und UNEP-Chef Achim Steiner spricht über die Folgen des jüngsten Weltklimaberichts, über die Möglichkeit eines Weltklimagipfels und erklärt, warum der Alltag des Menschen sich in den nächsten Jahren rasch verändern wird.

Der am 2. Februar 2007 in Paris veröffentlichte Weltklimabericht des von der UNEP geleiteten IPCC stellte dreierlei fest: Der Klimawandel ist im vollen Zug, der Mensch ist für diesen verantwortlich und es muss dringend gehandelt werden, um das Schlimmste zu vermeiden. Was wird die Strategie der UNO sein, um dies zu erreichen?

Heinrich, Caroline: “In Search of the Child’s Innocence”, 28.01.08

In Search of the Child’s Innocence

By Caroline Heinrich

(translated from the German by Alan N. Shapiro)

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Die Schaffung von Werten befindet sich im Spielplatz der Kinder”, schreibt Caroline Heinrich in diesem zum ersten Mal auf Englisch und exklusiv im AVINUS Magazin publizierten Essay. Die ausgewiesene Baudrillard Expertin erklärt, warum die Unwissenheit der Kinder die ursprüngliche Quelle westlicher Wertvorstellungen ist.

Introit: Denial and Affirmation of Life

I begin with a quotation. “The child is innocence and forgetfulness, a new beginning, a sport, a self-propelling wheel, a first motion, a sacred Yes,”[1] writes Nietzsche in Zarathustra. The child is innocent because she starts all over again from scratch. She starts from the space of emptiness that the lion has carved out. The space of emptiness is the space that has been emptied of the values of Western thought—values that the lion has corrupted. Exposed during the process of the radical destruction of these values is the fact that they signify “nothing.” They are based on a will to nothing, a denial of life. The metamorphosis of the lion into the child thus takes place at the moment of an “implosion into No.” This is the moment when the will that only denies must, in the final reckoning, deny itself.

Brocchi, Davide: “Die kulturelle Dimension der Nachhaltigkeit”, 26.01.08

Die kulturelle Dimension der Nachhaltigkeit

Von Davide Brocchi

Kaiapo-Chefs in Brasilien


Viele Menschen wissen nicht einmal was Nachhaltigkeit ist. Wie will man denn Letztere unter diesen Umständen durchsetzen? In diesem Essay präsentiert Nachhaltigkeits-Experte Davide Brocchi Hintergründe und Strategien eines durchführbaren Projekts: die kulturelle Dimension der Nachhaltigkeit.

Das zentrale Ziel einer nachhaltigen Entwicklung ist die friedliche, gerechte Überwindung einer globalen Krise. Sozioökonomische Polarisierung, Terrorismus, Migrationsströme, Energie- und Wasserknappheit, Zunahme der Weltbevölkerung, Abnahme der biologischen Vielfalt sowie Klimawandel sind Aspekte dieser Krise. Die Nachhaltigkeit ist heute keine Option mehr, sondern eine existenzielle Frage, die jeden betrifft.

Nach den großen Hoffnungen, die mit dem Ende des Kalten Krieges und mit der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung von 1992 in Rio de Janeiro verbunden waren, ist die Nachhaltigkeitsdebatte mehr und mehr ins Stocken gekommen. Die internationale Gemeinschaft entfernt sich immer mehr von den UN-Milleniumszielen, zu denen unter anderem eine Halbierung der weltweiten Armut bis 2015 gehört. Sogar in Deutschland werden 13 Prozent der Bevölkerung als arm eingestuft. Die größten Klimasünder USA und China haben das Kyoto-Protokoll noch nicht unterschrieben. In Deutschland kann nicht einmal ein Tempolimit auf den Autobahnen durchgesetzt werden. Viele Lokale Agenden 21 sind mitten auf dem Weg stehen geblieben oder vom Kurs abgekommen.

Beier, Klaus: “Der Fall Humbert-Humbert. Klaus Beier spricht mit Camilo Jiménez über Humbert Humbert”, 26.01.08

Der Fall Humbert-Humbert.

Klaus Beier im Interview mit Camilo Jiménez

Lolita, Stanley Kubrick

Vladimir Nabokovs Roman Lolita wurde oft als eine Verharmlosung der Pädophilie angesehen. Aber handelt es sich bei der Geschichte der 12-jährigen Dolores Haze und des 37-jährigen Humbert Humbert tatsächlich um einen Fall von Pädophilie? Professor Klaus Beier antwortet.

Der Leser des Romans hat manchmal den Eindruck, dass Lolita kein durchschnittliches Kind ist. Mehr noch nimmt man wahr, dass sie den Protagonisten, Humbert Humbert, der mit ihrer Mutter verheiratet ist, verführt. In manchen Kulturen hätten beide heiraten und eine Ehe führen können, ohne dass jemand Anstoß daran genommen hätte. Warum würden wir heute Humbert Humbert dermaßen strikt beurteilen?

Bei Lolita ist eine wichtige Überlegung anzuführen: Eine Jugendliche kann nicht mit einem Kind verglichen werden; die Pubertät beginnt bei Mädchen durchschnittlich mit elfeinhalb und bei Jungen etwa mit zwölf Jahren. Zu dieser Zeit stehen die Gehirne massiv unter dem Einfluss von Hormonen. Der Jugendliche befindet sich zunehmend auch auf sexueller Reizsuche – das Kind nicht. Diesem geht es um emotionale Bindungspartner.