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Wenders, Wim: “Die digitale Riesenchance. Wim Wenders im Interview mit Ronald Klein”, 25.08.06

„Die digitale Riesenchance”, 25.08.06

Interview mit Wim Wenders

Wim Wenders

Regisseur Wim Wenders spricht über sein Videodreh für die Band „Die Toten Hosen“, über seine Arbeit in den USA und das Klischee vom „Autorenfilm“. Thema ist außerdem die damals aktuelle Filmarbeit von Wenders, End of Violence.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit den Toten Hosen, für die Sie den aktuellen Videoclip inszenierten?

Jiménez, Camilo: “Neue kolumbianische Autoren”, 11.08.05

“Neue kolumbianische Autoren”, 11.08.05

Von Camilo Jiménez

Memo Ánjel, Santiago Gamboa & Fernando Vallejo, (c) Rotpunkt, Wagenbach, Suhrkamp


Der Roman wurde Antioquia als Gattung versagt. Viel zu viele waren wir, um in Fiktionen zu schwelgen. Außerdem stand unsere Realität immer im harten Licht der Mittagssonne, die jede Art von Atmosphäre ausschloss.

Das Rot war rot und das Weiß weiß und basta. Was für eine Atmosphäre kann es geben, wo es dunkel wird und wie aus Strömen gießt in der unermesslichen Ewigkeit um sechs Uhr abends? Ohne Winter, ohne Herbst, ohne Sommer, ohne Zyklone, ohne Brandung, in einer Vorhölle von abgewaschenen Bergen, wo der anmutige Krummsäbel eine einfache Machete ist… Natürlich kann es in Antioquia keinen Roman geben!“, schreibt Fernando Vallejo in seinem ersten, 1986 erschienenen Roman Los días azules. Diese Behauptung scheint offenbar nicht für ganz Kolumbien zu gelten.

Jiménez, Camilo: “Aufruf zur Menschlichkeit. Über F. Hengsbachs ‘Das Reformspektakel’”, 19.01.06

“Aufruf zur Menschlichkeit. Über F. Hengsbachs ‘Das Reformspektakel’”, 19.01.06

Von Camilo Jiménez

Das ReformspektakelDas 2005 neu aufgelegte Buch des Jesuitenpaters Friedhelm Hengsbach, Das Reformspektakel. Warum der menschliche Faktor mehr Respekt verdient, formuliert die seit dem Ende des industrialisierten Zeitalters immer wieder ausgesprochene Klage darüber, dass der Mensch nicht mehr im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Fortschritts steht und sich dadurch eine immer inhumanere Gesellschaft bildet. Das Buch will aber zugleich Hoffnung machen. Für Hengsbach liegt die Rettung der Menschen in ihren eigenen Händen.

Der 190-seitige Band behandelt die vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder initiierte „Agenda 2010“. Für den 68-jährigen Professor für Christliche Gesellschaftsethik steht zweierlei fest: Zum einen, dass die Reformen in Deutschland, so wie sie bisher durchgeführt werden, nur schief laufen können. Und zweitens, dass die einzige Möglichkeit eines positiven Ausgangs dieses deutschen „Reformspektakels“ eine Rückbesinnung auf die Priorität des Menschen ist. „Die am Markt orientierten Reformversuche sind bedrohlich für den sozialen Zusammenhalt“, lautet die grundlegende Argumentation des Buches.

Hierlwimmer, Heike Anna: Über Leon de Winters ‘Place de la Bastille’, 03.02.08

Über Leon de Winters ‘Place de la Bastille’, 03.02.08

Von Heike Anna Hierlwimmer

RBB (c)Paul de Wit ist Geschichtslehrer und wohnt mit seiner Frau Mieke und den Töchtern Hanna und Mirjam in Amsterdam. Neben dem Beruf arbeitet er seit Jahren an einem Buch über die gescheiterte Flucht Ludwigs XVI. nach Varennes während der französischen Revolution. Als Historiker stellt er darin die These auf, dass die Geschichte nicht von Zwangsläufigkeiten, sondern von Zufällen bestimmt wird. Im Laufe der Romanhandlung wird jedoch immer deutlicher, dass ihn diese Überzeugung vor allem als Privatperson beschäftigt. Denn in Form des Holocaust hat die Weltgeschichte in sein Leben besonders brutal eingegriffen.

Hermann, Christoph: “Über Wim Wenders ‘Don’t Come Knocking’”, 04.10.05

“Über Wim Wenders ‘Don’t Come Knocking’”, 04.10.05

Von Christoph Hermann

(c) EPMDer in die Jahre gekommene Cowboy Darsteller Howard Spence scheint plötzlich genug von seiner Karriere zu haben, mitten in einer Filmproduktion verlässt er in einer Drehpause das Set und reitet noch im Filmkostüm davon. Da er großer Filmstar ist, lässt er sich nicht ersetzen und seine Fahnenflucht bringt ein Geschäft in Gefahr, bei dem es um Millionen von Dollar geht. Deshalb lässt die Filmversicherung gleich einen ihrer Agenten einfliegen, der sich auf Howards Spur macht.

Diesen zieht’s heim zu Mami, die von Ihrem Sohn seit dreißig Jahren nichts gehört oder gesehen hat, außer durch die Zeitungen, denn die Sex-, Drogen- und Alkoholexzesse des Stars sind ausführlich in den Zeitungsausschnitten beschrieben, die seine Mutter fein säuberlich in einem Album aufbewahrt hat. Ganz verständnisvolle Mutter macht sie ihm keine Vorwürfe, dagegen teilt sie ihm mit, dass er seit zwanzig Jahren einen Sohn hat. Kellnerin Doreen war eine seiner zahllosen Affären, die er schon lange vergessen hat. Nun macht er sich auf, die zu suchen, die nie auf ihn gewartet haben.