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Frankman, Myron J: “A Planet-Wide Citizen’s Income: An Espousal”, 27.04.08

A Planet-Wide Citizen’s Income: An Espousal

Myron J. Frankman

McGill University

If the authors who are my companions in this volume have done a convincing job, there should be no need for me to restate the principles on which the case for a citizen’s income rests. While there are probably no instances of universal national citizen’s incomes, it was common during the heyday of the welfare state to find a range of separate programs that, taken together, approached to varying extents the underlying tenets advanced by citizen’s income advocates. While these programs may have fallen short with respect to the income goal, they represented a clear recognition that egalitarian principles of income and opportunity must be incorporated in the institutional arrangements of a society. Harmonious social reproduction depends in part on the adequacy of one’s financial resources and entitlements.

Richter, Dörte: “Männlicher Terror oder warum der Film ‘Der freie Wille’ Wut auslöst”, 27.04.08

Männlicher Terror oder warum der Film Der freie Wille Wut auslöst

Der freie Wille - Matthias Glasner

Von Dörte Richter

Fragen

Die Kontroverse scheint zu diesem Film dazuzugehören. Schon auf der diesjährigen Berlinale begleiteten heftige Diskussionen die Premiere von Der freie Wille (Dt. 2006, Regie: Matthias Glasner). Die Auszeichnung von Jürgen Vogel für die „herausragende künstlerische Gesamtleistung als Schauspieler, Co-Autor und Co-Produzent“1 mit dem Silbernen Bären unterstreicht die dem Film inhärente Ambivalenz. Ein hervorragend besetztes Schauspielensemble, ein Drehbuch- und Regieteam, das über Jahre damit beschäftigt war, aus dem Erzählstoff über einen Vergewaltiger eine adäquate filmische Umsetzung zu erarbeiten, bürgen für Qualität, aber lässt sich allein dadurch die Frage nach der Relevanz einer solchen Geschichte beantworten? Warum wird sie erzählt? Wie wird sie erzählt? Weshalb als Film?

Tillmann, Michael: “Frankreich im Wandel. Über ‘L’égalité des possibles. La nouvelle société française’ von Eric Maurin”, 07.04.2008

Frankreich im Wandel

VON MICHAEL TILLMANN

MAURIN, Eric: L’égalité des possibles. La nouvelle société française. Paris: République des Idées 2002.

maurin.jpgIn den letzten Jahren ist in Frankreich die soziale Frage wieder in den Mittelpunkt der Öffentlichen Auseinandersetzung gerückt, wobei die Begriffe der précarité und der précarisation, d.h. der zunehmend unsicher werdenden Beschäftigungsverhältnisse, und die Gleichheitsproblematik neben einer anhaltend hohen Arbeitslosigkeit die Debatte bestimmen. Von diesem Topos der politischen Auseinandersetzung ausgehend, unterzieht der Statistiker und Wirtschaftswissenschaftler Eric Maurin die französische Gesellschaft einer genaueren Betrachtung, um die Natur und tatsächliche Tragweite der Wandlungsprozesse zu ergründen. Dabei kommt er zu dem Schluss, dass die zunehmende Instabilität der Berufswelt nicht allein spezifische Berufsgruppen belastet. Selbst wenn höher Qualifizierte natürlich weniger gefährdet sind als gering Qualifizierte und ältere Erwerbstätige seltener arbeitslos werden als Jungarbeitnehmer, hat die berufliche Unsicherheit für alle Beschäftigungskategorien in vergleichbarem Maße zugenommen. Diese Entwicklung führt der Autor in letzter Konsequenz weniger auf institutionelle Rahmenbedingungen (Stichwort: Liberalisierung des Arbeitsmarktes) zurück als auf technologische Innovationen, d.h. auf die Möglichkeit, Arbeits- und Erfahrungswissen, das zuvor allein ältere Arbeitnehmer im Laufe ihrer Berufskarriere haben ansammeln können, durch neuartige Produktionsmethoden zu ersetzen (Kapitel I: La fragilisation des relations d’emplois).

Tillmann, Michael: “Korruptionsforschung. Über ‘Corruptions’ Pierre Lascoumes.”, 07.04.2008

Korruptionsforschung

VON MICHAEL TILLMANN

LASCOUMES, Pierre: Corruptions. Paris: Presses de Sciences Po 1999. ISBN 2-7246-0773-2. 160 Seiten.

Tillmann, Michael: “Kultursoziologische Mischprofile. Zur Theorie kultureller Legitimität. Über ‘La culture des individus’ von Bernard Lahire”, 07.04.2008

Kultursoziologische Mischprofile. Zur Theorie kultureller Legitimität

VON MICHAEL TILLMANN

LAHIRE, Bernard: La culture des individus. Dissonances culturelles et distinction de soi. Paris: La Découverte 2004.

lahire.gifIn einem voluminösen, an theoretischen Ausführungen und empirischen Datensätzen qualitativer und quantitativer Natur reichen Werk setzt sich der Lyoner Soziologe Bernard Lahire mit dem kultursoziologischen Mainstream in Frankreich auseinander, d.h. mit der Theorie kultureller Legitimität, die kulturelle Produkte hierarchisiert, kulturelle Praktiken mit gesellschaftlichen Klassen- und letztlich Macht- und Herrschaftslagen in Bezug setzt. Der Titel seines fast 800seitigen Buches La culture des individus ist dabei bereits Programm, weil hier das Kulturelle, das doch zumeist als kollektives Phänomen verstanden wird, zu einer Eigenschaft der Individuen wird. Die Individuen sind hier allerdings keine Träger eines inkorporierten Klassen-Habitus. Wenn hier von den kulturellen Präferenzen und Verhaltensmustern der Individuen die Rede ist, dann nicht insofern sie sozialstrukturell definierte Dispositionen abspulen, sondern weil – wie der Untertitel es verrät – Dissonanzen ihre kulturellen Praktiken prägen. Dabei werden die Erkenntnisse Bourdieus und anderer nicht einfach über Bord geworfen.(1)