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Pühler, Simon: “Über ‘Von der Ökonomie der Leidenschaften zur Leidenschaft der Ökonomie. Adam Smith und die Actor-Spectator-Kultur im 18. Jahrhundert’ von Eleonore Kalisch”, 24.09.2008

Von der Ökonomie der Leidenschaften zur Leidenschaft der Ökonomie

von Simon Pühler

Die Theaterhistorikerin Eleonore Kalisch hat sich in ihrem neuesten Buch mit der Actor-Spectator-Kultur im 18. Jahrhundert und diesbezüglich vor allem mit dem schottischen Moralphilosophen (und Begründer der klassischen Volkswirtschaftslehre) Adam Smith (1723-1790) befasst. In der Geschichte der Moderne stelle Smith einen „maßgeblichen Modellfall“ dar, da er die Bedeutung der Zuschauerposition erkennt, herausstellt und gleichsam „in die Struktur sozialer Wechselwirkung“ miteinbezieht. Dies ist insofern neu, als das Soziale seitdem als „Spiel zu dritt“ beschrieben werden kann, d.h. Kommunikation braucht jeweils einen Dritten, welcher das Verhältnis zwischen sozialen Akteuren nicht nur beobachtet und gegebenenfalls (vertraglich) reguliert, sondern den Akteuren auch die Möglichkeit bietet, sich selbst zu erkennen und damit auf eigene Fehler bzw. blinde Flecken aufmerksam zu werden.