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Krause, Michael: “Dreimal auf Anfang. Ein Sammelband über Fernsehunterhaltung in Deutschland von Wolfgang Mühl-Benninghaus”, 31.08.06

“Dreimal auf Anfang. Ein Sammelband über Fernsehunterhaltung in Deutschland von Wolfgang Mühl-Benninghaus”, 31.08.06

Von Michael Krause

NWDR Reichweite, (c) Forschungsstelle Geschichte des Rundfunks in NorddeutschlandFür die meisten Menschen fängt die Geschichte des deutschen Fernsehens erst im geteilten Nachkriegsdeutschland an. Doch das stimmt nicht. Auch wenn im Dezember 1952 das Fernsehen der DDR in Berlin-Adlershof und wenige Tage später der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) den regulären Sendebetrieb in West-Berlin aufnahmen, war das nicht das erste Mal, dass ein regelmäßiges Fernsehprogramm in Deutschland zu empfangen war. Schon im „Dritten Reich“ hatte der Sender „Paul Nipkow“ seit 1935 ein regelmäßiges Programm aus Berlin gesendet, das in öffentlichen Fernsehstuben in Berlin und Hamburg und gegen Ende des Krieges vor allem in Lazaretten gesehen wurde. Von Beginn an war Unterhaltung wichtiger Bestandteil für die Programmmacher, die ihre Formate teils in Anlehnung an Film und Hörfunk orientierten, teilweise aber auch völlig neu entwickelten. Etablierte Unterhaltungsformen wie Varieté, Theater oder Kabarett waren ebenfalls Vorbilder. Für die NSDAP hatten Rundfunkunterhaltungsformen zudem einen sehr hohen Stellenwert, da die Massen nach Joseph Goebbels vom Geist der Partei „indirekt“ und „innerlich durchtränkt“ werden sollten. Adolf Hitler allerdings mied das noch junge Medium, wohl weil es sich kaum zur wirkungsvoll-pathetischen Inszenierung seiner Person eignete.