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Müller, Markus: “Die gewandelte Rolle des Journalismus im Web 2.0″, 01.04.09

“Die gewandelte Rolle des Journalismus im Web 2.0″, 01.04.09, AVINUS Magazin Sonderedition Nr. 2, Berlin 2008.

Von Markus Müller

PDF-Version: Die gewandelte Rolle des Journalismus im Web 2.0

Abstract

Wie selten ein anderes Medium zuvor, hat das Internet in kürzester Zeit das Leben der Menschen erheblich verändert. So erheblich, dass Karikaturisten bereits erste Spottbilder einer Evolution zeichnen, bei welcher der Mensch vom aufrechten Gang in den gebeugten Sitz vorm Bildschirm übergeht. Der heutige Medienumbruch scheint dabei alles in sich aufzusaugen, was vor ihm bestand. Einer dieser Teilbereiche ist der Journalismus. Seit dieser zunehmend in das Medium Internet immigriert, ist er einem radikalen Wandel ausgesetzt. Es fragt sich daher, ob er uns in seiner klassischen Form zukünftig überhaupt noch begegnen wird oder ob sich seine Ziele und Standards fundamental verändern werden. Auch Journalismus ist spätestens mit dem Web 2.0 multimedial, multiperspektivisch und interaktiv, wie es die Versuche Weblog, Slashdot und Wikinews vormachen. Angesichts überragender Vorteile des Internets, stehen die Überlebenschancen klassischer Journalismusträger andererseits auf des Messers Schneide. Ist das, was im Internet geschieht aber auch alles Journalismus und falls nicht, wird es das werden? Sobald sich die Aufgaben und Arbeitsweisen des netzbasierten Nachrichtenwesens nämlich verschieben, könnte es zu einer Rollenverschiebung kommen, welche unmittelbar auf unsere Ansprüche an seriöse Berichterstattung zurückwirkt. Der Journalismusbegriff müsste dann um ein Vielfaches weiter gefasst werden.

Böning, Marietta: „Österreichs Medienlandschaft 2005/2006 – eine Studie“, 24.11.06

„Österreichs Medienlandschaft 2005/2006 – eine Studie“, 24.11.06

Von Marietta Böning

Chefredakteure verdienen mehr, der Mittelbau behauptet sich, freie Mitarbeiter bekommen weniger.

Österreichs Print-Journalisten wissen ganz genau, wo es auch annis 2005 und 2006 langgeht und nicht langgehen sollte. Medienlayouts profitieren qualitativ von neuen Technologien, und das tiefere Vordringen ins Labyrinth aus Kämpfen um Copy-Paste versus Gate Keeping ist unerwünscht. Recherchearbeit sollte einen nicht noch tiefer ins Web führen, da sonst Wikipedia und Google fachliche Quellen zu ersetzen drohen. Und auch dass der Essay immer öfter dem Blickfänger in Form von optimierten, großdimensionierten Pics Platz machen muss, ergo die Texte kürzer werden, beäugen Journalisten naturgemäß mit Skepsis. Es wundert nicht, wenn die jüngste Journalistenbefragung des Kuratoriums für Journalistenausbildung in Salzburg, durchgeführt vom Medienwissenschaftler und Ex-Kronenzeitungsjournalisten Stefan Weber, sich mit dem Problem des Qualitätsverlusts befasst.